KC Rebell – Rebell Army

Das achte Studioalbum des Ex-Banger Musik Rappers KC Rebell heißt Rebell Army und kam am 21.01.2022 raus. Aktiv habe ich KC’s Musik nie verfolgt, fand aber immer, dass er ein respektabler Rapper mit einem coolen Stil ist. Seit einigen Jahren hat sich seine Musik jedoch stark in eine Mainstream-Pop-Richtung gewandelt. Neben einigen Features mit Capital Bra, greifen Summer Cem und er immer mehr zu Autotune und unter anderem auch Afrotrapbeats. Ziemlich schade, weil ich die KANAX IN – Reihe mit Farid Bang ziemlich feiere und und seine Stimme für Assi-Straßenrap gemacht ist. In vergangenen Release Recaps habe ich einige Singleauskopplungen bereits behandelt und bin dementsprechend eigentlich mit einem guten Gefühl in das Album gegangen. Mal sehen, ob sich dieses Gefühl bestätigen konnte!

Nach einem instrumentalen Intro beginnt das Album mit Filet Mignon, dem meiner Meinung nach besten Song des Albums. Der Track geht einfach richtig geil nach vorn. Er wird von einem Weltklasse Trompetenbeat untermalt und vor allem KC’s Flow macht ihn basically perfekt. Während Quelle ebenfalls sehr nice geflowt ist, wechselt KC den Rhythmus auf Money Movez zu einem eher partymäßigen Song, aber auch dieser Track ist mega gerappt. Es scheint so, als ob KC Rebell ein Album mit Fokus auf Rap rausgebracht hat, was Polizei mit Gzuz ebenfalls bestätigt. Ein klassischer In-die-Fresse-Song mit einem guten Part von Gzuz, dessen Album scheiße war. Nach fünf Tracks gefällt mir das Projekt echt gut. Wenn KC seinen Style beibehält, könnte das eines der stärksten Releases des Jahres werden, oder?

Haha, falsch. Mit Gelebt wird die Hölle eingeleitet, und das ist noch der beste Song. Die Hook ist zwar softer als Watte, aber sowohl RAF Camoras’s, als auch KC’s Parts gehen ins Ohr, vor allem der Doubletime in KC’s Part. Es wirkt, als ob KC nach dem fünften Song gemerkt hat, dass er ja kaum Autotune benutzt hat und die Songs gar nicht so mittelmäßig sind. Jedenfalls geht es weiter mit BleifußTeil von mir und Sanduhr. Ersterer ist langweilig und voller schlechten Lines und auch beide Featuregäste Morpheuz und reezy klingen wie Cro in schlecht und tragen nichts zum Song bei. Während Teil von mit wenigstens von dem geilen Beat mit Sample von Robert Miles‘ Children gecarried wird, ist Sanduhr einfach nur schlecht. Ich brauche keine Liebessongs auf einem KC Rebell Album, auch nicht mit Female Vocals. Der Track bietet aber eine der witzigsten Lines auf dem gesamten Album:
„Jetset-Life ohne Kompromisse
Aber mein Kopfkissen voll beschissen“
Mir kann keiner erzählen, dass man da nicht „mein Kopfkissen vollgeschissen“ versteht.

Ich muss dem Album aber gutheißen, dass es wirklich viele fette Beats zu bieten hat. Zahlreiche Produzenten haben mitgearbeitet, aber CLAYGhana Beats und whatisagxpsy waren für die meisten verantwortlich. Zu meiner Überraschung finden sich tatsächlich einige Drill-Beats auf dem Album, auch wenn KC’s Stil dazu überhaupt nicht passt und er damit wahrscheinlich einfach nur dem Hype folgen will. Gelebt100 KM/H und Dewo sind alle sehr Drill-lastig. Aber auch an Samples mangelt es nicht; wie bereits erwähnt wird auf Teil von mir der 1998 Song Children gesampled und auch auf General gibt es ein Julia Ross Sample, das ziemlich gut klingt.

Der einzige einigermaßen gute Song nach Track 5 ist 100 KM/H. Drill-Beat und Ohrwurm-Hook, aber in den Parts nur mittelmäßige Lines. Hier und da gibt es auf einem Song mal eine gute, vielleicht witzige Line, aber grundsätzlich kann ich auf dem Album keine herausragenden Lyrics finden. KC achtet durchaus auf musikalische Vielfalt, aber diese Pop-Songs wie Blöff oder No Love klingen einfach schlecht und liegen ihm überhaupt nicht. Weder auf Chain, noch auf Quelle Remix kenne ich einen einzigen der Featuresgäste; BILLA JOE, KOZIKOZA, Melez, All In, Q-seng, ZEK, Feys? Soll man die kennen? Wahrscheinlich nicht, denn keiner von ihnen bringt einen guten Part auf den respektiven Songs.
Dewo schließt das Album dann ab. Wie ich in der Gzuz Review bereits erwähnt habe, bin ich meistens kein Fan von sentimentalen Songs von Rappern an ihre Kinder. Und auch hier ist es einfach nur ein mittelmäßiger Blabla-Song, wo KC sich für seine Abwesenheiten entschuldigt und sagt, dass er trotzdem immer für sein Kind da sein wird… Einfach langweilig.

Ich glaube ich habe noch nie ein Album gehört, das an einer bestimmten Stelle komplett den Bach runtergeht. Nach einem geilen Start mit In-die-Fresse-Tracks ist der der qualitative Abfall ab Gelebt ganz einfach erkennbar und ich weiß wirklich nicht, was da passiert ist. KC Rebell ist ein guter Rapper, der von Afrotrap-, Autotune- und Pop-Einflüssen versaut wurde.

Ich gebe Rebell Army von KC Rebell 4,5/10 Punkten.

Da Money Movez und Filet MIgnon schon drin sind, kommen nur Quelle und Polizei in Die große wehlingrap Playlist.

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