Pop Smoke – Faith

Am 16. Juli wurde nach Shoot for the Stars, Aim for the Moon das zweite posthume Album des New-Yorker Rapper Pop Smoke mit dem Titel Faith released. Ungefähr 17 Monate nach dem tragischen Tod des Künstlers gab es wohl noch immer genug Rohmaterial, das Universal zu einem Album verpacken konnte. Das Ergebnis gibt mir gemischte Gefühle.

Das größte Problem des Albums ist ganz einfach, dass Pop Smoke selbst kaum Einfluss auf das Endprodukt hatte. Einige Parts wirken sehr wie recycelte Demos, vor allem von Pop Smoke’s bekanntesten Songs. So findet man auf mehreren Songs abgewandelte Lines von Dior, Welcome To The Party und vor allem Hello wieder. Wenn ich noch einmal die Line „Her ass fat – Jell-O“ höre, passiert was ganz schlimmes. Aber Line-Recycling ist auf so einem Album zu erwarten, I guess. Auf Genius ist bei mehreren Songs zu lesen, dass die Verses bzw. Hooks eigentlich anderen Künstlern (Kanye West, Fivio Foreign, und vor allem einige von Pop Smoke’s Drill-Kollegen) für ihre Alben/Songs versprochen wurden, aber jetzt doch für ein eigenes Release „missbraucht“ wurden. Danke Universal!

Natürlich kommt man nicht drumherum über die Features zu sprechen, schließlich gibt es von 20 Tracks nur 4 Solo-Songs, eine Interlude und das Intro, was von Pop Smoke’s Mutter eingesprochen wurde. Alle vier Solos sind sehr solide Tracks im Pop Smoke-Stil, wie man ihn kennt.
Manslaughter ist by far mein Lieblingstrack des ganzen Albums. Geile Hook, geile Parts von Pop Smoke und Rick Ross und ein geiles Outro von The-Dream. Auch Chris Brown und Pharrell Williams ergänzen die Songs Woo Baby und Spoiled sehr gut.
Auf der anderen Seite sind die Featureparts von Quavo und Kodak Black auf Back Door und auch Future auf Mr. Jones definitiv die schwächsten und langweiligsten des Albums. Genius wäre ohne Swae Lee wahrscheinlich besser gewesen und auch beide Parts von Pusha T (Tell the Vision und Top Shotta) sind eher enttäuschend.

Ebenfalls enttäuschend sind die beiden Songs Top Shotta und Demeanor, die ich hier hervorheben muss. Ersterer ist ein Reggae-mäßiger Beat, der von The Neptunes produziert wurde. Die originale Version des Tracks hat jedoch einen viel düsteren Beat, was tausend Mal mehr passt. Dieser Mario-Kart-Ass-Beat ist so unglaublich Fehl am Platz, genauso wie die Reggae-Artists TRAVI und BEAM. In keiner Welt hätte Pop Smoke zu Lebzeiten den Track so auf sein Album gepackt. Auch Demeanor mit Dua Lipa ist für mich kaum vorstellbar auf einem von Pop Smoke approved Album. Aber laut Genius war die Kollaboration schon seit Ende 2019 geplant, der Part von Pop Smoke war eigentlich für einen Song mit DMX (R.I.P.) gedacht, was man auch sehr offensichtlich hört. Absolut unpassend zu diesem Beat.

Die Produktion ist sonst, außer den eben genannten Ausnahmefällen, sehr gut. Vor allem die Songs 8-Ball und Tell The Vision möchte ich hier hervorheben. Letzterer wurde zum Teil von Kanye West höchstpersönlich produziert, was man definitiv hört. Echt geiler Beat.

Ich kann letztendlich nicht behaupten, dass Faith ein sehr schlechtes Album ist. Die „zusammengekratzten“ Pop Smoke Parts und Hooks sind allesamt ziemlich gut, was mich natürlich umso trauriger macht, dass er tot ist. Das Album wird leider durch fragwürdige Entscheidungen des Labels und Mainstream-Zwang verschlechtert. Ich hoffe wirklich, dass die Labels ihn jetzt langsam in Ruhe lassen. Gibt ja sicher auch langsam keine Vocals mehr.

Rest in Peace Bashar Barakah „Pop Smoke“ Jackson.

Ich gebe Faith von Pop Smoke 6 von 10 Punkten.

5 Kommentare

  1. Rooz
    25. Juli 2021
    Antworten

    Rest in Peace Bashar Barakah „Pop Smoke“ Jackson.

  2. 25. Juli 2021
    Antworten

    Knowledge rules. Danke fürs Teilen und deine Meinung!

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