Drake – Certified Lover Boy

Vorsicht! Diese Review wurde von einem Drake-Fanboy verfasst. Natürlich werde ich sie trotzdem (wie immer) so objektiv wie möglich gestalten.

Drake released nach mehrmaliger Verschiebung endlich mit Certified Lover Boy sein sechstes Studioalbum. Natürlich ist es für mich das Album, auf das ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe. Somit waren meine Erwartungen auch dementsprechend hoch. Konnte Drizzy Drake meine Erwartungen bestätigen?

Das Album startet mit dem Introsong Champagne Poetry und endet mit dem Outro namens The Remorse. Beide Songs spiegeln den ruhigen Ton des Albums sehr gut wider. Drake reflektiert in beiden Songs sein Leben, seine Familie, Freunde und seine bisherige Karriere und wird dabei von qualitativ hochwertigen gesampelten Beats begleitet. Wie der Titel des Albums bereits vermuten lässt, thematisiert Drake auf den meisten Songs (für ihn nicht untypisch) Liebe, Frauen und Beziehungen.

Nach dem Intro und dem sehr guten Papi’s Home folgen zwei meiner Meinung nach merkwürdige Tracks. Auf Girls Want Girls und In the Bible wirkt Drake ohne Witz so, als ob er beim Schreiben und Aufnehmen des Songs Lean konsumiert hat.
„Yeah, say that you’re a lesbian, girl, me too“
Joa, fragwürdige Line, aber offensichtlich auch mit Absicht, um Aufmerksamkeit zu erregen, was auch geklappt hat. Aber der Part und die Hook von Drake auf Girls Want Girls sind fast zum Einschlafen, Lil Baby weckt den Hörer dann auf. Und auch die Hook auf In the Bible wirkt sehr lustlos und undurchdacht am Mic. Diese Lustlosigkeit ist leider auch in anderen Songs zu finden. Komischerweise wirkt Drake auf anderen Songs, beispielsweise Fucking Fans und Pipe Down, umso motivierter und leidenschaftlicher, was viel besser klingt.

Neben Intro und Outro finden sich unter anderem mit No Friends In The Industry und 7am in Bridle Path weitere Songs, die einzig und allein auf die Lyrics und Bars fokussiert sind. Drake äußert sich mehrmals deutlich zu seinem Beef mit Kanye West und die vergangenen Ausschreitungen der letzten Jahre. Meiner Meinung nach eine starke Antwort auf Ye’s Lines auf DONDA und den Dox. Beide Songs gehören für mich aber zu den schwächeren des Projekts. Wenn man nicht auf den Text achtet, ziehen sie sich beide ziemlich lang und werden schnell langweilig.

Auf der anderen Seite besteht das Album aus vielen RnB-Songs. Ich persönlich bin ein großer Fan von diesem Stil von Drake und finde diese Songs einfach immer wieder beruhigend. Das ist ein ganz eigener Vibe. Race My Mind und Get Along Better sind nur zwei Beispiele für sehr rhythmische, langsame Tracks. Und das liegt auch wieder an den Beats.

Den Großteil der Produktion hat wie immer OVO40 übernommen. 40 ist mittlerweile bekannt für seine Samples in den Beats und hat das auf Certified Lover Boy mehrfach bewiesen. Beispielsweise Fair Trade wird durch das Sample von Charlotte Day Wilson sehr viel besser. Es ist echt unglaublich, wie Drake vor allem auf den RnB-Tracks mit dem Beat harmoniert. Aber auch andere große Producer wie OZ (Girls Want Girls, Love All, Fair Trade, No Friends In The Industry) und Supah Mario (Papi’s Home) hinterlassen mit geilen Beats ihre Spuren.

Als ich die Tracklist gesehen habe, habe ich mich über die Features sehr gefreut. Auf dem Papier hat Drake hier die größten Rapper des aktuellen Games zusammengestellt. Ich war sicher nicht der einzige, der vom Kid Cudi Feature überrascht war, nachdem es in den letzten Jahren einige Disslines auf beiden Seiten gab. Aber IMY2 ist echt ein richtig geiler Song geworden. Cudi zeigt, dass er immer noch einer der wichtigsten Künstler im Hip-Hop ist. Auch JAY-Z liefert auf Love All einen sehr ergreifenden, leidenschaftlichen Part ab. Giveon’s Part auf In the Bible gefällt mir auch sehr, er gibt dem Song nochmal einen anderen Touch. Der beste Feature-Part auf Certified Lover Boy geht aber an Lil Wayne. Weezy ist auf Features einfach nicht zu stoppen und zeigt es auf You Only Live Twice absolut. Was für ein Part!

Den enttäuschendsten Feature-Part bringt erstaunlicherweise Travis Scott. Travis kommt sehr nice durch die Hook in den Song, aber sein Part wirkt irgendwie auch unbemüht und findet keine Richtung. Normalerweise kommt Travis als Feature auf den Track und reißt alles ab, aber das ist hier leider nicht der Fall.

Drake achtet auf dem Album sehr auf die Vielfalt der Songs. So findet sich mit Fountains auch ein stimmiger Afrotrap Song neben RnB und Rap. Way 2 Sexy geht eher in die Pop-Richtung. Auch You Only Live Twice hebt sich von den anderen Songs ab und ist definitiv ein Song, der beispielsweise auf So Far Gone Platz nehmen könnte. Der Trailer zu Certified Lover Boy zeigte einige der früheren Covers von Drake’s Alben. Das finde ich ziemlich passend zum Endprodukt, weil neben Drake’s neuem Stil auch alte zum Vorschein kommen. So könnte die zweite Hälfte von TSU definitiv ein Song von Dark Lane Demo Tapes sein. No Friends In The Industry hat definitiv If You’re Reading This It’s Too Late Energy. Und auf Race My Mind klingt Drake z.B. auch sehr viel jünger.

Certified Lover Boy ist nicht das beste Album des Jahres und definitiv auch nicht Drake’s bestes. Aber ich finde, dass das Projekt definitiv Daseinsberechtigung hat und Respekt verdient. Der Fokus des Albums liegt nicht auf den Lyrics, sondern auf dem Vibe und Sound. Ich persönlich hätte ein paar mehr Instant-Classics erwartet, stattdessen habe ich den Gefallen an den meisten Songs erst nach mehrmaligen Hören gefunden. Ist aber nicht schlimm, eine richtige Meinung zu einem Album kann man sich erst nach mindestens 3 mal Hören bilden.

Ich gebe Certified Lover Boy von Drake 6,5/10 Punkten.

Ein Kommentar

dj krypto 8. September 2021 Antworten

bis auf die schreibfelher die jetzt korrigiert wurden eig ganz nice

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